In dieser Rubrik wird die Geschichte der Schwestern Rosa, Jenny und Clara Hirschfeld anhand von Dokumenten, Briefen und Interviews nachgezeichnet.   In dieser Rubrik wird die Geschichte der Judenverfolgung in Brandenburg - und in besonderem in Zehdenick nachgezeichnet.
     
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Jenny Hirschfeld
wird am 09.10.1864 in Zehdenick geboren.

Clara Hirschfeld
wird am 09.08.1866 in Zehdenick geboren.

Rosa Hirschfeld
wird am 06.10.1871 in Zehdenick geboren.

 

Zur Geschichte der Juden in Zehdenick

Seit etwa 1700 gab es mehrere jüdische Bewohner in der Havelstadt Zehdenick.
Schon 1766 hatten sie eine eigene Begräbnisstätte, die noch heute existiert.
Im Jahre 1848 stieg die Zahl der Juden auf 117 Personen bei ungefähr 3000 Einwohnern. Die Juden verfügten über eine Synagoge und ab 1850 ein Haus für ihre rituellen Waschungen (Mikwe).
Die Gemeinde Zehdenick wurde 1898 im Synagogenbezirk Templin aufgenommen wegen zu geringer männlicher Mitgliederzahl. Der Zehdenicker Ortsverband umfasste das Forstamt Zehdenick, Storkow, Liebenberg, Badingen, Ribbeck und Reiersdorf.
Die Kaufleute und Handwerker waren integriert in das Vereinsleben der Kommune und beliebt wegen ihrer Wohltätigkeit.

Eingang zum Haus Berliner Str. 53 in Zehdenick
 
Berliner Str. in Zehdenick, 1925
     
Die Geschwister Hirschfeld sind wohnhaft in Zehdenick, Berliner Str. 53. Unter ihnen wohnt die Familie Kubusch mit dem Sohn Heinz, dessen Vater zugleich Verwalter des Mietshauses ist.   Beginn der Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung in Zehdenick
Am 4.2.1933 wurden alle kommunalen Parlamente in Preußen aufgelöst. Juden konnten nun keine öffentlichen Ämter mehr wahrnehmen.

Heinz Kubusch zur Wohnsituation der Schwestern.
 
Die Berliner Straße in Zehdenick in den 30er Jahren mit Hakenkreuzbeflaggung
     

Heinz Kubusch zum nachbarschaftlich-freundschaftlichen Verhältnis seiner Familie zu den Schwestern Hirschfeld.
 
Foto eines Zehdenicker Kegelclubs
     
    Nach der Reichstagswahl vom 5.3.1933 kam es zur ersten Boykottwelle gegen jüdische Firmen und andere unerwünschte Betriebsformen, vorbereitet vom Kampfbund und wurde von der SA durchgeführt.
     

Heinz Kubusch über die Zerstörung der Geschäfte der jüdischen Einwohner in Zehdenick.
 

Bereits in der Nacht zum 29.3.1933 wurden sämtliche Schaufenster der jüdischen Geschäfte eingeschlagen und der Friedrich-Ebert-Brunnen zerstört (später wurde er neugestaltet und in Adolf-Hitler-Platz umbenannt).

Noch in der selben Nacht wurden Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht fiel sofort auf die SA. Gegen Sturmführer Hanns Schulz wurde ermittelt. Doch das Verfahren wurde 1935 ohne Ergebnis engestellt. Er wurde trotzdem aus der NSDAP ausgeschlossen.
Der Sachschaden betrug ca. 6000 – 8000 Reichsmark.


Der Friedrich-Ebert Brunnen in Zehdenick - und eine Ansicht des späteren Adolf-Hitler Platzes
     
Am 02.August 1934 stirbt der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg. Heinz Kubusch erinnert sich:  
Das Rathaus von Zehdenick in den 30er Jahren

Heinz Kubusch über die Reaktion der Schwestern Hirschfeld auf den Tod Hindenburgs und die Erklärungen seines Vaters dazu.
 
     
     
    1938:
    Anmeldung des Vermögens
Ab dem 26.April 1938 mussten alle Juden ihr Vermögen über 5000 RM (Reichsmark) bei dem zuständigen Regierungspräsidenten anmelden. Die nichtjüdischen Ehegatten mussten ihr Vermögen nicht anmelden, wenn sie bis zum 27. April 1938 geschieden waren. Bei Nichtanmelden des Vermögens wurden schwere Strafen vollstreckt (Geldstrafen, Gefängnis, Zuchthaus, Einziehung des Vermögens).
 
     

Heinz Kubusch über den Versuch der NS-Obrigkeit, die Schwestern Hirschfeld aus dem Haus Berliner Str. 53 rauszuwerfen - und die Weigerung seines Vaters, dies zu tun.
(genaues Datum unbekannt)

  Kennzeichnung von Juden
Ab dem 23.Juli 1938 musste die Juden eine sogenannte Judenkennkarte mit sich führen. Diese Ausweise stellte die jeweilige Ortspolizei aus.
     
    Einführung der Zwangsvornamen
Ab dem 17.August 1938 waren alle Juden verpflichtet den zusätzlichen Zwangsvornamen „Sara“ bzw. „Israel“ zu führen.
   
Dokument zur zwangsweisen Annahme des zweiten Vornamens "Sara"
     
    Der Novemberpogrom
Vom 09. bis 11. November 1938 wurden in der sogenanten "Reichskristallnacht" Synagogen zerstört, Geschäfte geplündert, Wohnungen demoliert sowie jüdische Bürger angegriffen und misshandelt. In kleineren Gemeinden und Städten fanden bis zum 15. November vereinzelt Aktionen gegen Juden statt.
     
    Abschluss der Enteignung
Am 12. November 1938 erging die Verordnung über eine Sühneleistung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit. Jeder Jude musste 5 % seines Vermögens in 4 Raten abtreten.
     
    Dezember 1938 hatte der Reichsarbeitsminister durch Erlass Juden zur Zwangsarbeit verpflichtet. Vor der Deportation wurden Juden in öffentlichen und privaten Unternehmen eingesetzt.
     
    Ab dem 03. Dezember 1938 kam das Vermögen der jüdischen Unternehmen in ein Bankdepot, auf welches die Juden keinen Zugriff mehr hatten.
     
     
    1939:
    Hauptauswanderungsjahr
Im Jahr 1939 flohen aufgrund gelockerter Einreisebedingungen ca. 40.000 Personen nach England, worunter sich viele Brandenburger befanden. Weitere 100.000 Personen emigrierten in Staaten, die später von deutschen Truppen besetzt wurden.
     
    Jüdische Frauen im KZ Ravensbrück
Die inhaftierten Jüdinnen wurden speziell gekennzeichnet und litten unter besonderen Schikanen durch die Wachmannschaften. Bei Transporten aus dem Konzentrationslager zu Vernehmungen oder Prozessen an andere Orte wurden die Begleitpapiere mit der deutlichen Aufschrift „Jüdin“ versehen.
     

Heinz Kubusch über die Entdeckung, dass die Schwestern Hirschfeld aus ihrer Wohnung verschleppt wurden und das letzte schriftliche Lebenszeichen, dass sie aus Berlin übermittelten.
(exaktes Datum unbekannt)
  Die Lebensbedingungen gestalteten sich immer komplizierter.
So zielte beispielsweise das Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden vom 30.April 1939 auf eine räumliche Trennung der Juden und Nichtjuden. Die jüdischen Bewohner sollten zwangsweise in wenigen Häusern, die allesamt in jüdischem Besitz waren, zusammengefasst werden. Die „Judenwohnungen“ mussten mit einem weißen Papierstern gekennzeichnet werden.
     
1940:    
Am 26.06.1940 zieht Rosa Hirschfeld in das jüdische Siechenheim in Lichterfelde - Ost, Jungfernstieg 14.
(Q: Schreiben von Clara Hirschfeld von 24.09.1940)
   
     
Am 29.08.1940 schreibt Clara Hirschfeld an das Finanzamt Brandenburg und bittet um die Genehmigung ihre Wertpapiere verkaufen zu dürfen. Das Finanzamt fordert eine Vermögensaufstellung.
(Q: BLHA Potsdam)
   

Heinz Kubusch über die Hinterlassenschaften der Hirschfeld Schwestern und die Weitervermietung ihrer Wohnung in Zehdenick.

   
Am 03.09.1940 ziehen Jenny und Clara Hirschfeld in das Jüdische Siechen- und Altersheim in Babelsberg (bei Potsdam), Bergstr. 1.
(Q: Schreiben der Städtischen Sparkasse zu Zehdenick, 13.09.1940)
   
     


Dr. Wolfgang Weißleder über die Geschichte des Jüdischen Siechen- und Altenheims in Potsdam-Babelsberg.

   
     
Am 08.09.1940 kommt Jenny Hirschfeld in das jüdische Krankenhaus Berlin, Iranische Str.2 mit Lähmungserscheinungen.    
     
Am 09.09.1940 ist Rosa Hirschfeld infolge eines Schlaganfalls vollständig gelähmt.    
     
Clara Hirschfeld befindet sich im September 1940 im Altersheim Babelsberg, Bergstr. 1.    
     

Bestätigungsschreiben der Sparkasse Zehdenick an den Oberfinanzpräsidenten bzgl. des neuen Wohnortes der Hirschfeld-Schwestern in Potsdam-Babelsberg - 13.09.1940
   
     
Jenny Hirschfeld stirbt am 24.09.1940.
(Q: Schreiben vom 27.09.1940, BLHA Potsdam 36A, F 751 Oberfinanzpräsident)
   
     
Am 24.09.1940 schreibt Clara Hirschfeld an den Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg, Devisenstelle, dass zwischen den Schwestern Hirschfeld und der Reichsvereinigung der Juden vereinbart worden ist, dass sie ihr Vermögen dieser zu übertragen haben. In einem Schreiben vom gleichen Tag bestätigt die Reichsvereinigung, dass eine Vereinbarung zur Vermögensübertragung getroffen wurde.    

Auszüge aus dem Bestätigungsschreiben bzgl. der "Übertragung" des Vermögens der Hirschfeld-Schwestern an die Reichsvereinigung der Juden vom 24.09.1940.
   

Dr. Wolfgang Weißleder über die Reichsvereinigung der Juden.
   
     

Ablehnungsschreiben der Dresdner Bank zur Einrichtung eines "Sicherungskontos" für die Schwestern Hirschfeld vom 24.9.1940.
   
     
Am 27.09.1940 bittet Clara Hirschfeld in einem Schreiben an den Oberfinanzpräsidenten um Fristverlängerung, weil ihre Konten infolge einer Sicherungsanordnung noch nicht aufgelöst werden konnten. Sie schreibt, dass sie in ihrem Alter und körperlichem Zustand und den durchgemachten Aufregungen außerstande sei, den Schriftwechsel mit den Banken zu bewältigen.    

Der Brief von Clara Hirschfeld an den Oberfinanzpräsidenten vom 27.09.1940
   
     
     
1941:   1941:
Am 13.05.1941 schreibt der Generalbevollmächtigte Artur Rothenberg, der den Schwestern Hirschfeld von der Reichsvereinigung der Juden zur Regelung ihrer Vermögensübertragung gestellt wurde, dass die Heimunterbringung der Schwestern Hirschfeld gegen Übernahme der Verpflichtung erfolgt sei, ihr gesamtes Vermögen flüssig zu machen und den sich ergebenden Geldbetrag an die Reichsvereinigung auszuzahlen.    
     
Rosa Hirschfeld stirbt am 29.06.1941.
Sie wird auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee bestattet.
(Q: Berliner Gedenkdatenbank und Sterberegister Weißensee)
   
     
    Deportation
Ende Oktober 1941 setzten die Deportationen der noch in Deutschland verbliebenen jüdischen Bevölkerung ein. In Brandenburg lebten 1941 überwiegend Juden, die keine Mittel für die Flucht zur Verfügung hatten. Die in den einzelnen Orten ansässigen jüdischen Familien befanden sich in den Zwangsarbeits- und Sammellagern sowie Haftanstalten der Region.
     
    Vermögenserklärungen
Erlass des Führers und Reichskanzlers über die Verwertung des eingezogenen Vermögens von Reichsfeinden vom 29.5.1941
Die Vermögenserklärungen waren Grundlage für Erfassung und Verwaltung des zurückgelassenen Eigentums der Deportierten. Unmittelbar vor der Deportation mussten alle Juden, auch Kinder, eine solche Vermögenserklärung ausfüllen. Es handelte sich um ein 8- bis 16- seitigen Fragebogen, der gemeinsam mit der Einziehungsverfügung sowie der gesamten Vermögensmasse der Finanzbehörde übergeben wurde. Die Vermögenserklärung enthielt Angaben zur Person, zu Ehegatten und Kindern, zum flüssigen Vermögen, zu Liegenschaften und Forderungen, bei den Aktiva zum Wohnungsinventar und Kleidung, zu gewerblichem Eigentum, darüber hinaus zu Kunst- und anderen Wertgegenständen. Bei den Passiva wurden Schulden, Steuer- und Abgaberückstände aufgenommen. Auf diese Art und Weise erfolgte eine bürokratisch genaue Erfassung des jüdischen Restvermögens.
     
    Vermögensverwertung
4.11.1941 Geheimer Schnellbrief des Reichsministers der Finanzen zur Vermögensverwertung
Für die Verwaltung und Verwertung des Vermögens der deportierten Juden wurde eine extra Dienststelle beim Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg errichtet. Das Vermögen wurde zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen. Die Übernahme der Vermögenswerte bis hin zur verbliebenen Wohnungseinrichtung wurde von den Finanzämtern abgewickelt. Danach übernahmen Gebrauchtwarenhändler die vorhandenen Einrichtungsgegenstände und verkauften sie. Es gab auch regelmäßig Versteigerungen.
     
     
1942:   1942:
    1942 kamen weitere Verfügungsbeschränkungen über den verbliebenen Besitz der Juden. Durch verschiedene Verordnungen und Verfügungen wurde die freie Beweglichkeit der jüdischen Bevölkerung weiter eingeschränkt.
In Brandenburg waren die Staatspolizeistellen Potsdam und Frankfurt (Oder) verantwortlich. Die geheime Staatspolizei erstellte im März 1942 Richtlinien zur Durchführung der Evakuierung vorgesehener Juden.
     
    Am 9. März 1942 untersagte die Staatspolizeistelle Potsdam jegliche Umzüge von Juden im Regierungsbezirk. Die öffentlichen Verkehrsmittel durften zunächst noch beschränkt, später ausschließlich auf dem Weg zur Zwangsarbeit mit Erlaubnisschein benutzt werden.
     
    Am 20. April 1942 schickte die Gestapo ein Schreiben, an die Landräte und die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte, der Grund für das Schreiben war die Kennzeichnung der Wohnungen aller jüdischen Bewohner.
„Da die Juden jede Möglichkeit benutzen, um sich auch weiterhin zu tarnen“ wurde beschlossen, dass sie ihre Wohnungen kennzeichnen müssten um sie genauer identifizieren zu können. Dies erfolgte durch einen weißen, aus Papier angefertigten Judenstern. Dieser musste für alle sichtbar neben dem Namensschild angebracht werden.
     
   
Gruppe von Juden aus der Stadt Brandenburg vor der Deportation auf dem Marsch zum Bahnhof, Brandenburg, April 1942
    Am 22 Mai 1942 folgte eine Verfügung der Deportationen in Brandenburg vom Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg.
   
Gestapo-Dokument zum Selbstmord einer Jüdin vor der Deportation sowie die anschließende Versteigerung ihres Hausrats.
Am 20.09.1942 füllt Clara Hirschfeld eine Vermögenserklärung aus und gibt als Wohnort das Jüdische Siechen- und Altenheim in Babelsberg, Bergstr.1 an. Nennenswertes Vermögen ist bei ihr nicht vorhanden. Ihre Unterschrift unter der Erklärung ist ihr letztes handschriftliches Zeichen.    

Die Vermögenserklärung von Clara Hirschfeld
   

Dr. Wolfgang Weißleder über die Vermögenserklärung von Clara Hirschfeld und die allgemeine Bedeutung dieses Dokuments.
   

Unterschrift von Clara Hirschfeld auf ihrer Vermögenserklärung
   
     
Am 29.09.1942 überweist Clara Hirschfeld ihre Spareinlagen bei der Stadtsparkasse Potsdam in Höhe von 302,22 Reichsmark an die Reichsvereinigung der Juden.
(Q: Auftrag an die Stadtsparkasse Potsdam)
   
     
Mit dem Transport I/71 wurde Clara Hirschfeld am 04.10.1942 in das KZ Theresienstadt deportiert.
(Q: Theresienstädter Gedenkbuch)
   
     

Dr. Wolfgang Weißleder über die Deportationen der jüdischen Bürger und ihre mutmaßlichen Erwartungen.
   
     
     
1943:   1943:
Am 05.02.1943 stirbt Clara Hirschfeld im Konzentrationslager Theresienstadt. (siehe folgende Dokumente)    
     
    Ende Februar 1943 erfolgte auch in der Mark Brandenburg die Verhaftung der letzten jüdischen Zwangsarbeiter. Die Lebensmittelversorgung gestaltete sich ebenfalls schwieriger. Es kam zum Wegfall einer Reihe von Lebensmittelmarken für Juden, darunter Milchkarten. Die Lebensmittelmarken von Juden wurden gekennzeichnet, sowie zusätzlich mit einem entsprechenden Vermerk versehen.
     
Am 04.11.1943 stellt der Landrat des Kreises Templin in einem Schreiben an den Oberfinanzpräsidenten des Landes Berlin-Brandenburg, Vermögensverwertungsstelle, fest, dass sich „die am 09.08.1866 geborene Jüdin Klara Sara Hirschfeld seit dem 05.02.1943 nicht mehr in Theresienstadt befindet. Ihr derzeitiger Aufenthalt ist unbekannt.“ Er fragt an, ob ihr Restvermögen zugunsten des Deutschen Reiches als eingezogen zu betrachten ist.    

Das oben benannte Schreiben des Templiner Landrats, welches das Todesdatum von Clara Hirschfeld enthält.
   

Dr. Wolfgang Weißleder über das Dokument, dass als bürokratischer Hinweis auf das Sterbedatum von Clara Hirschfeld anzusehen ist.
   
     
1944:   1944:

Schreiben des Landrats des Kreises Templin an den Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg
mit einer Aufstellung der bezahlten "Fürsorgekosten" für Jenny Hirschfeld (bezahlt aus dem konfiszierten Vermögen der Schwestern Hirschfeld).
   
     
    Oktober 1944 Erfassung der jüdischen von Mischlingen1. Grades und der sogenannten jüdischen Versippten (Ehemänner von Jüdinnen) zur Zwangsarbeit und Deportation in Arbeitslager.
     
     
    1945:
    27.Januar - Befreiung des KZ Auschwitz
     
    Februar - Beginn der Deportation von Mischlingen und von in Mischehe lebenden Juden
     
    16.Februar - Erlass zur Vernichtung aller Akten, die antijüdische Maßnahmen belegen, damit sie nicht in Feindeshand fallen
     
    März/April - Letzte Deportationen von Juden aus dem Jüdischen Krankenhaus in Berlin in die KZ Sachsenhausen und Ravensbrück
     
    22.April - Befreiungen des KZ Sachsenhausen durch Truppen der Roten Armee
     
    30.April - Befreiung des KZ Ravensbrück durch Truppen der Roten Armee
     
    7./8.Mai - Bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte vor den Alliierten
     
     
...viele Jahre später:    

Heinz Kubusch über die erste Initiative im Jahr 2007, Stolpersteine für die Schwestern Hirschfeld in Zehdenick verlegen zu lassen.
   
     
     
2010    
Die zwölfte Klasse des Zehdenicker Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums recherchiert, filmt, setzt alle Materialien und Informationen zusammen - und erstellt diese Website, um mit dieser Dokumentation die Verlegung von Stolpersteinen für Jenny, Rosa und Clara Hirschfeld in Zehdenick zu initiieren.    
     
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