30000 Butterbrote wären ein Statement

„Es gab auch welche, die geholfen haben“

Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums präsentieren eigenen Film

Was ist eigentlich Zivilcourage? Wann haben wir schon mal Zivilcourage gezeigt? Wann vielleicht auch nicht? Was bedeutete Zivilcourage in der NS- Zeit? Unter welchen Umständen war Hilfe für Verfolgte damals überhaupt möglich?
Diese Fragen waren Ausgangspunkt eines schulübergreifenden Projektes mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums in Oranienburg, das diese gemeinsam mit Schülern der 10. Klasse der Albert- Schweitzer- Oberschule in Hennigsdorf im Januar 2009 begonnen hatten.
Im Rahmen des Projekts sollten die Schüler herausfinden, wie Oranienburger Bürger in der Zeit des Nationalsozialismus das Konzentrationslager Sachsenhausen erlebten und ob es Möglichkeiten gab, den Häftlingen dort zu helfen.


Mit viel Unterstützung von Waidak media e.V. haben die Schüler mit Einwohnern v
on Oranienburg und Mitarbeitern der Gedenkstätte Sachsenhausen Gespräche geführt. Dabei haben sie erfahren, wie einzelne Versuche der Hilfe aussahen, wie die Beziehungen zwischen Bürgern und SS waren und dass es insgesamt leider nur wenige Fälle von Zivilcourage gab.
Die Interviews mit Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen berichteten, haben bei den Schülern den wohl nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Von einer Oranienburgerin erfuhren sie, dass es ihr gelang, gemeinsam mit ihrer Mutter Tabletten für Häftlinge zu verstecken. Eine andere Dame berichtete von ihrer Kindheit in unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers.


Während einer einwöchigen Projektphase in der Jugendbegegnungsstätte im Haus Szczypiorski wurden die Zeitzeugeninterviews gedreht. Danach waren noch weitere Treffen der beiden Schülergruppen notwendig, um das Filmko
nzept zu überarbeiten und über die Verwendung der einzelnen Interviewteile zu diskutieren.

Gelungenes Ergebnis der intensiven Projektarbeit ist ein Film mit dem Titel „30.000 Butterbrote wären ein Statement“, der von den Schülern am 2. Juli 2009 in der Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen präsentiert wurde.