Trinationale Jugendbegegnung

Trinationale Jugendbegegnung bildet den Auftakt zu einem Themenschwerpunkt in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten über die Verfolgung der polnischen und tschechoslowakischen Eliten


In der Zeit vom 28. September bis zum 02. Oktober hat in der Gedenkstätte Sachsenhausen eine polnisch-tschechisch-deutsche Jugendbegegnung stattgefunden. Daran haben acht Schüler der Zespol Szkol aus dem polnischen Siemiatycze, neun Schüler der Stredni Skola Stavebni aus dem tschechischen Kolin sowie acht Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums aus Oranienburg und Zehdenick teilgenommen. In gemischten Gruppen haben sich die Schülerinnen und Schüler im Alter von 17 bis 18 Jahren mit der Einlieferung der tschechischen Studenten und der Krakauer Professoren in das KZ Sachsenhausen vor 70 Jahren beschäftigt. Ihre Projektergebnisse haben sie zum Abschluss der Begegnung am heutigen Freitag in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen "Haus Szczypiorski" präsentiert. Auf dem Programm standen außerdem Führungen durch die Gedenkstätte, eine Exkursion nach Berlin sowie gemeinsame Freizeitaktivitäten. Am Mittwochabend fand im Rahmen eines Grillabends eine Gesprächsrunde mit Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch statt.

Die trinationale Jugendbegegnung war der Auftakt eines Themenschwerpunktes in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten aus Anlass des Beginns des 2. Weltkriegs vor 70 Jahren, der der Verfolgung der Eliten in Polen und der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten gewidmet ist. Vom 20. bis 22. November findet zu diesem Thema eine internationale Konferenz in Oranienburg statt, in deren Mittelpunkt Fragestellungen nach Kontexten und Erinnerungskulturen stehen. "Die Verfolgung der intellektuellen und künstlerischen Eliten aus Polen und der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück" ist der Titel einer Sonderausstellung, die im Umfeld der Konferenz in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück eröffnet wird.

Die rund 600 m² große Sonderausstellung im Neuen Museum der Gedenkstätte Sachsenhausen mit zahlreichen, zum Teil erstmals präsentierten eindrucksvollen Exponaten wird am 21. November 2009 um 18 Uhr eröffnet. Die Eröffnung einer kleineren Ausstellung in der Gedenkstätte Ravensbrück findet bereits am 19. November 2009 statt.

Neben den mehr als 1.100 tschechischen Studenten, die im November 1939 gegen die deutsche Besatzung protestiert hatten, und den 183 Professoren der Krakauer Jagiellonen Universität wurden vor allem aus Polen im Rahmen des nationalsozialistischen Programms zur Auslöschung des polnischen Staates zahlreiche Intellektuelle, Hochschulangehörige und Geistliche unmittelbar nach dem Beginn des 2. Weltkriegs in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück deportiert. Bereits am 25. Oktober 2009 wird die Wanderausstellung "Polnische Minderheit im KZ" über die Verfolgung der Mitglieder polnischer Verbände im deutschen Reich durch die Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück in der Gedenkstätte Sachsenhausen erstmals präsentiert.

Die trinationale Begegnung wurde gefördert vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, von der Stiftung Renovabis, der Stadt Oranienburg und vom Ministerium für Bildung Jugend und Sport des Landes Brandenburg.


 



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