Zwei machen ein Bild– Fotowerkstatt in Oświęcim

Vom 23.11. bis 29.11.2009 hatten sechs SchülerInnen der Jahrgangsstufen 12 und 13 des beruflichen Gymnasiums die Möglichkeit an einem deutsch-polnischen Workshop in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim teilzunehmen. Es handelte sich dabei um eine Fotowerkstatt, die im Rahmen des Modellprojekts kunst – raum – erinnerung stattfand.
Schon am ersten Abend lernten wir die polnischen Teilnehmer aus unserer Partnerschule in Siemiatycze kennen. Die Künstlerin Birgit Kammerlohr und die pädagogische Betreuerin Teresa Miłoń-Czepiec sorgten für eine angenehme Atmosphäre, die die ganze Woche über anhielt.
In den ersten Tagen wurden wir mit Techniken des Fotografierens bekannt gemacht. Erste Fotomontagen entstanden, ebenso wie erste Freundschaften zwischen den Teilnehmern. Obwohl uns die ganze Zeit eine Dolmetscherin begleitete, wurde es bald nötig, nach individuellen Verständigungsmöglichkeiten zu suchen.
Ein emotionaler Höhepunkt der Woche war die Führung durch die Gedenkstätten Auschwitz1 und Birkenau. Die dort gewonnenen Eindrücke wurden bei einem dreistündigen Zeitzeugengespräch mit dem ehemaligen Lagerfotografen Wilhelm Brasse vertieft, der von 1940 bis 1945 im Stammlager in Auschwitz inhaftiert war.
Somit waren wir inhaltlich gut vorbereitet, als es an die Planung unserer Dioramen ging. Jeder Teilnehmer hatte sich ein Konzept zurechtgelegt, als wir am Donnerstag zum Fotografieren in die Gedenkstätten aufbrachen. Dafür hatte jeder einzelne eine Einwegkamera mit 27 Fotos erhalten. Gemeinsam mit einem polnischen Partner sollten diese 27 Fotos gemacht werden, um am Ende zu einer deutsch-polnischen Fotomontage zusammengestellt zu werden.
Doch bevor wir mit unseren eigenen Fotos arbeiten konnten, beschäftigten wir uns mit historischen Fotografien, die aus unterschiedlichen Gründen entstanden waren. So gab es Fotos von Häftlingen aus der Zeit vor ihrer Verhaftung, die ihnen im Lager abgenommen worden waren. Andere Fotografien stammten von SS-Männern oder waren in deren Auftrag gemacht worden. Diese zeigten vor allem erkennungsdienstliche Aufnahmen von Häftlingen. Eine dritte Gruppe von Fotos war kurz nach der Befreiung des Lagers entstanden. Sie dienten vor allem der Dokumentation der Naziverbrechen. Außerdem gab es noch einige, von Häftlingen heimlich gemachte Fotografien.
Zu jeder Kategorie gab es Unterlagen, die von den Teilnehmern in Gruppenarbeit durchgearbeitet und präsentiert wurden. So erhielten wir Informationen über den Zweck der Fotos und auch über die Fotografen.
Der Freitag stand ganz im Zeichen der Kreativität. Nach der Sichtung unserer eigenen Fotos machten sich die deutsch-polnischen Paare an die Gestaltung ihrer Dioramen. Dazu bekam jede Gruppe einen Holzrahmen und ein Stück Pappe. Obwohl wir zu Beginn der Woche schon mit Fotomontagen experimentiert hatten, gestaltete sich die Arbeit teilweise recht schwierig. Zwei Konzepte mussten zu einem verschmolzen werden. Es war ein Tag intensiven Arbeitens, an dem so einige wohl das Essen verpasst hätten, wären sie nicht nachdrücklich daran erinnert worden.
Am späten Freitagnachmittag waren dann die Kunstwerke fertig. Stolz präsentierten alle Teilnehmer ihre Werke nach dem Abendessen der ganzen Gruppe.
Doch es gab noch eine Überraschung. Teilnehmer anderer Seminare, die sich gerade in der Jugendbegegnungsstätte aufhielten, wollten unsere Dioramen in ihre Arbeit einbeziehen, so dass wir für den Samstagabend eine kleine Vernissage vorbereiten mussten. Zeitlich gestaltete sich das etwas schwierig, da für den Samstag ein Ausflug nach Krakow auf dem Programm stand.
Nachdem unsere Arbeiten so von einem größeren Publikum gewürdigt worden waren, feierten wir unseren letzten Abend mit lustigen Spielen.
Die Dioramen werden zur Zeit in der Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim ausgestellt. Im Januar hoffen wir jedoch, sie an unserer Schule zeigen zu können. 




 



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