Schüler filmen in Tel Aviv

Oranienburger besuchten Familie Steinitz in der Zeit vom 09. bis 16. Juni 2010 in Israel

Vor einer Woche waren sie noch in Israel. Am Mittwoch berichteten die elf Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums in Oranienburg über ihre Reise zu Familie Steinitz in Tel Aviv. Die Fahrt in den Nahen Osten gehört zu einem Teil des Filmprojekts „Leben nach dem Überleben“. Zwi und Regina Steinitz sind für die Schüler des Oberstufenzentrums keine Unbekannten. Schon mehrfach waren die Holocaust-Überlebenden in Oberhavel, um als Zeitzeugen von ihren Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs zu berichten.

So entstand auch die Idee zu diesem Filmprojekt, dessen erster Teil schon ein halbes Jahr zurückliegt. Da hatten Zwi und Regina Steinitz mit den OSZ-Schülern unter anderem die Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen besucht.

Die elf Schüler waren vom 9. bis 16. Juni in Tel Aviv. Dort trafen sie aber nicht nur die Eheleute Steinitz, sondern lernten auch deren Sohn Ami und Enkel Eran kennen. Gemeinsam besuchten sie den Kibbuz Netzer Sereni, den Regina und Zwi Steinitz zusammen mit anderen Überlebenden des Nationalsozialismus 1948 gründetet haben. Zudem machten die Schüler Ausflüge nach Jerusalem zur Klagemauer, zur Grabeskirche und zur israelischen Gedenkstätte Yad Vashem.

Auch das Baden im Toten Meer und ein Besuch der ehemaligen Festung Massada fehlte nicht. „Es war sehr berührend, wenn Frau Steinitz erzählte und ihr dabei die Tränen kamen, so dass die eigenen Augen auch feucht wurden“, sagte Kai Ladewig.

„Durch die Medien bekommt man ein bestimmtes Bild von Israel, man sollte aber nicht alles glauben“, betonte Fabian Blauert. Er habe die Atmosphäre zwar als angespannt empfunden, aber es seien alle sehr freundlich gewesen.

Besonders die Herzlichkeit, mit der sie von allen empfangen wurden, hat die Reisenden nachhaltig beeindruckt. Ihre Eindrücke und Interviews haben die Schüler im Film festgehalten. Jetzt gilt es, die Filmbeiträge zu sichten, zu schneiden und zu vertonen.

Die Schüler hoffen jetzt, Regina und Zwi Steinitz in Deutschland begrüßen zu dürfen.

(Der Artikel der Autorin Katharina Hößler erschien im Oranienburger Generalanzeiger vom 24. Juni 2010. Die Genehmigung zur Veröffentlichung auf der Schulhomepage wurde von Herrn Burkhard Keeve, Herrn Ricco Nowak erteilt.)



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