Ein Weg - tausende Schicksale

Schülerinnen und Schüler der Fachklasse Verwaltungsfachangestellte/r des 2. Ausbildungsjahres stellten am 20. August 2012 im Rahmen des Landestreffens der "Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage" ihr Projektskizze "Ein Weg - tausende Schicksale" im Landtag Brandenburg vor.
 Sandra Büch, Nick Schrobback, Diana Puhlmann, Tony Große (v.l.n.r)

Am 13. Juni 2012 starteten 22 angehende Verwaltungsfachangestellte ein Filmprojekt der Aktiven Medienarbeit mit einem Besuch der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald. Diese wurde nach umfassender Neugestaltung im April 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung in Anwesenheit zahlreicher Überlebender wiederöffnet. Im Mittelpunkt steht das rund 20.000 m2 große historische Waldgelände. Zahl reiche Bäume tragen Inschriften, die von Häftlingen stammen.




Zwischen dem 23. und 29. April 1945 zogen die SS einen Großteil der Todesmarsch-Kolonnen, mehr als 16.000 Häftlinge, im Belower Wald bei Wittstock zusammen, die ohne Unterkunft und Versorgung im Wald lagerten, mit Stacheldraht umzäunt und von der SS bewacht. Die Häftlinge suchten in selbst errichteten Unterständen und Erdlöchern Schutz vor der Witterung und versuchten ihren Hunger mit Kräutern, Wurzeln und Rinde zu stillen. Nach Verhandlungen mit der SS wurde einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes gestattet, Lebensmittel an die geschwächten Häftlinge zu verteilen und im benachbarten Dorf Grabow ein Nothospital einzurichten. Am 29.04.1945 verließen die Kolonnen das Waldlager.

 

Heute befindet sich neben dem Wald auf einem Plateau die neue Open-Air-Ausstellung „April 1945:
Der Todesmarsch der Häftlinge des KZ-Sachsenhausen“. Auf Glasstelen informiert sie mit Texten, Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und zahlreichen Berichten von Überlebenden über die Räumung des KZ Sachsenhausen, den Todesmarsch, das Waldlager in Below und die Befreiung.
 
In einer Vitrine werden Fundstücke aus dem Belower Wald gezeigt. Ein Steg verbindet das Ausstellungsplateau mit dem historischen Waldgelände. Im ehemaligen Museumsgebäude, das 2002 bei einem rechtsextremistischen Brandanschlag schwer beschädigt wurde, befindet sich eine pädagogische Projektwerkstatt. Hier präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse VA11a die Ergebnisse der Selbstführung durch die Ausstellung.

Seit Beginn dieses Schuljahres erstellt das Filmteam in Zusammenarbeit mit dem Waidak Media e.V. und der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald ein Filmkonzept, interviewt  Überlebende und Zeitzeugen sowie Experten (Prof. Morsch, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Prof. Blatman, Hebräische Universität Jerusalem u. a.) und koordiniert Termine für Drehtage, Schnittworkshops, Grob- und Feinschnittsichtungen und die Filmpremiere.
 

last update: 29.09.2014



TOP