Stolpersteinverlegung in Zehdenick

Schülerinnen und Schüler erinnern an das Schicksal der Schwestern Hirschfeld

Seit dem 10. Juni 2013 erinnern drei Stolpersteine an die jüdischen Schwestern Rosa, Jenny und Clara Hirschfeld, die bis zu ihrer Verschleppung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1940 in der Stadt Zehdenick lebten. Gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig, dem Initiator des Projekts „Stolpersteine", verlegten die Zehdenicker Schülerinnen und Schüler die Steine vor dem Wohnhaus der Schwestern in der Berliner Straße 53.

Gunter Demnig

Heinz Kubusch mit Schülerin

Die Gedenkfeier war der Höhepunkt einer langen Recherchearbeit von Schülerinnen und Schülern, die sich im Rahmen eines Projektes mit dem Schicksal der Geschwister Hirschfeld beschäftigt und gemeinsam die Website "Auf dem Weg zu Stolpersteinen" erstellt hatten. Außerdem hatten sie sich erfolgreich um Patenschaften für die Gedenksteine bemüht und selber Geld für deren Finanzierung gesammelt. Musikalisch umrahmt wurde die Steinverlegung vom Chor und Musikern des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums.

Ehrengast der Veranstaltung war Heinz Kubusch aus Zehdenick, der den Anstoß dazu gegeben hatte, dem Schicksal der Schwestern nachzugehen. Der heute 87jährige lebte mit seinen Eltern in der Wohnung unter den Hirschfelds und hatte eine sehr innige Beziehung zu den drei Frauen.

Während der Verlegung erinnerten zwei Schülerinnen an das Leben und den Leidensweg der drei Schwestern. Im Jahr 1940 mussten sie auf Druck der Nazis ihre Wohnung aufgeben. Von einem Tag auf den anderen verschwanden sie aus Zehdenick, ihre Wohnungstür wurde aufgebrochen vorgefunden. Später teilten sie Familie Kubusch in einem Brief mit, dass sie nach Berlin abgeholt worden seien. Der Haushalt wurde aufgelöst, Möbel und persönliche Gegenstände abgeholt, die Wohnung weitervermietet. 1940 waren die Schwestern Hirschfeld 76, 74 und 69 Jahre alt. Rosa, die Jüngste, musste in das jüdische Siechenheim in Lichterfelde-Ost ziehen. Die beiden älteren Schwestern Jenny und Clara kamen in das Jüdische Siechen- und Altersheim in Potsdam-Babelsberg. Vorbedingung für diese Heimunterbringung war, dass sie ihr Vermögen dem Zugriffsrecht des NS-Staates überstellten. Allen Schwestern ging es körperlich immer schlechter. Jenny Hirschfeld starb 1940, ihre Schwester Rosa 1941, bestattet wurde sie auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee. Clara Hirschfeld wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und starb dort im Februar 1943 im Alter von 76 Jahren. Die genauen Umstände ihres Todes sind bis heute nicht geklärt.


Mit den drei Stolpersteinen kehren die Namen von Jenny, Clara und Rosa Hirschfeld an den Ort zurück, an dem sie einst lebten und an dem sie ihre Heimat hatten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Schülerwebsite "Auf dem Weg zu Stolpersteinen - Zur Geschichte der Schwestern Hirschfeld"


last update: 29.07.2013



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