Spurensuche in Lidice 2013

Im Rahmen der diesjährigen Schülerbegegnung reisten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums nach Kolin in Tschechien, um gemeinsam mit ihren tschechischen Partnern an dem Projekt „Entrechtet und heimatlos – auf den Spuren der Frauen von Lidice“ weiterzuarbeiten.

Begonnen hatte das Projekt im September 2012, als die Jugendlichen in der Gedenkstätte Ravensbrück das Schicksal der Frauen von Lidice erforscht und eine zweisprachige Lesung mit Texten der Frauen organisiert und gestaltet hatten. Anlass war der 70. Jahrestag der Vernichtung von Lidice im Jahr 1942. Als Vergeltung für das Attentat auf einen ranghohen Repräsentanten des NS-Regimes ermordeten die Nazis alle männlichen Bewohner des Dorfes und ließen die Frauen in das KZ Ravensbrück deportieren. Fast alle Kinder, die man sofort von ihren Müttern getrennt hatte, wurden vermutlich in Vernichtungslagern vergast. Der Ort Lidice wurde dem Erdboden gleichgemacht und hörte auf zu existieren.

Die Recherchen der Jugendlichen zu den Menschenrechtsverletzungen an der Lidicer Bevölkerung erhielten im Juni 2013 eine neue Dimension. Beim Besuch der Gedenkstätte in dem neuen Ort Lidice, den man nach dem Zweiten Weltkrieg unweit des alten Dorfes wiederaufgebaut hatte, bekamen sie einen tiefen Einblick in die Ungeheuerlichkeit der nationalsozialistischen Verbrechen. Höhepunkt der Projektarbeit war das Interview, das die Schülerinnen und Schüler mit den Zeitzeugen Marie Supikova und Pavel Horesovsy führen konnten. Beide waren als Kinder von ihren Familien getrennt und in Waisenhäuser gebracht worden. Ihre Väter wurden erschossen, ihre Mütter in Ravensbrück inhaftiert. Eindrucksvoll berichteten sie von dem Verlust ihrer Familien, dem Wiedersehen mit ihren Müttern, aber auch davon, wie ihr Schicksal ihr weiteres Leben geprägt hat.

Ihre Eindrücke von dem Besuch in Lidice verarbeiteten die Jugendlichen dann in Plakaten und Texten, die sie zum Abschluss des Projektes in der Fachschule Kolin präsentierten.

Gefördert wurde das Projekt durch das Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ).

Für den Herbst ist ein Folgeprojekt zum Schicksal der Kinder von Lidice geplant.
 
     

last update: 27.09.2013



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