Deutsch-israelische Jugendbegegnung

SchülerInnen aus Beit Shemesh zu Gast am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum

Unter dem Motto „Brukhim haBaim“ ("Gesegnet sind die Kommenden") begrüßten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule ihre Gäste aus Israel. Die zehn Jugendlichen sind SchülerInnen des  „Beit Shemesh Music Conservatory“, einer Musikschule, die zu den renommiertesten Kultureinrichtungen in der Region zwischen Tel Aviv und Jerusalem zählt.
 
Insgesamt eine Woche waren die Israelis zu Gast im Landkreis Oberhavel, wo sie zum Auftakt ihres Besuches von Bildungsdezernent Ludger Weskamp offiziell begrüßt wurden. Während dieser Zeit hatten sie in vielfältiger Weise Gelegenheit, die Region Berlin-Brandenburg kennenzulernen. Neben Besuchen im Deutschen Bundestag und im Brandenburgischen Landtag in Potsdam informierten sich die Jugendlichen in der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße über die deutsche Teilung. Außerdem erfuhren sie in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, unter welchen Umständen Menschen aus der DDR flüchteten und mit welchen Schwierigkeiten die Ankunft im Westen behaftet war.
 
Ihr musikalisches Können stellten die jungen Musiker mehrfach unter Beweis. Die Beit Shemesh Big Band und die junge Flötistin Ami Goldberg begeisterten ihre Zuhörer bei der Eröffnung des Sachsenhausen-Gedenklaufs am 1. Mai 2014, bei dem deutsche und israelische Jugendliche in gemischten Teams auch bei der Staffel antraten. Ein weiteres Konzert gaben sie anschließend im Seniorenheim „Haus Louise Henriette von Oranien“.  

Im Laufe des Besuches freundeten sich die israelischen und deutschen Jugendlichen schnell miteinander an und entdeckten viel Verbindendes, obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Welten kommen. Die meisten israelischen Jugendlichen stammen aus orthodoxen Familien, die die koscheren Speisevorschriften einhalten und mehrmals am Tag beten.
Gemeinsam begingen die Schülerinnen und Schüler aus Israel und Deutschland am 28. April 2014 den israelischen Nationalfeiertag Jom HaShoah, an dem das Land der Opfer des Holocaust gedenkt. Bei der Zeremonie in den Räumen der Jüdischen Gemeinde in Oranienburg rezitierten sie Texte und Gedichte und entzündeten sechs Kerzen, die symbolisch für die sechs Millionen ermordeten Juden stehen. Ergreifend war es für viele Anwesende, als jeder der israelischen Jugendlichen kurz nach vorne trat und die Namen der Holocaust-Opfer aus der eigenen Familie nannte.
Beim anschließenden Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen gedachten die Schülerinnen und Schüler erneut der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, als sie an der Station Z Blumen zum Zeichen der Erinnerung niederlegten.

Der Gegenbesuch der deutschen Schüler in Israel wird im Herbst stattfinden.  Für die Zukunft sei geplant, aus den Jugendbegegnungen eine dauerhafte Schulpartnerschaft zwischen den beiden Institutionen zu etablieren, wie Schulleiter Dieter Starke und die Direktorin des Musikkonservatoriums Marina Friedman am Ende eines für alle gelungenen Besuches betonten.

Finanziell gefördert wurde die Jugendbegegnung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“, den Landkreis Oberhavel, das Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum, die Harold-Bob-Stiftung und die Friede-Springer-Stiftung.
   
   

 
   
   
   

 

 
   


last update: 20.05.2014



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