Zeitzeugenbegegnung mit Horst Selbiger

Geschichte aus erster Hand wurde für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums in Zehdenick erfahrbar, als sie am 26. November 2015 Horst Selbiger trafen. Dieser erzählte den Jugendlichen von seinen Erfahrungen als jüdisches Kind in einer antisemitisch geprägten Umwelt im nationalsozialistischen Deutschland und seinem Leben in der DDR. 

Horst Selbiger musste den „Judenstern“ tragen, den Zwangsnamen „Israel“ annehmen und ab 1942 Zwangsarbeit verrichten. Im Februar 1943 wurde er als 15jähriger bei einer Großrazzia verhaftet. Der drohenden Deportation nach Auschwitz konnten er und sein Vater nur entgehen, weil die Mutter Christin war.

Nach Kriegsende fasste Horst Selbiger den Entschluss, in die DDR zu gehen.

Er wurde Mitglied der SED, besuchte die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät, wo er das Abitur ablegte, und wurde Journalist.

1964 wurde er im Auftrag des "Neuen Deutschland" zum Auschwitzprozess nach Frankfurt/M. geschickt. Diese Gelegenheit nutzte er, um sich in die Bundesrepublik abzusetzen. Horst Selbiger kehrte nicht in die DDR zurück, nachdem bereits zwei Parteiverfahren hinter ihm lagen und ihm das dritte bevorstand.

Heute ist er Vorsitzender des Vereins "Child Survivors Deutschland – Überlebende Kinder der Shoah“ und trotz seines Alters immer noch als Zeitzeuge in Schulen aktiv, um mit jungen Menschen über Antisemitismus, Ausgrenzung und den Wert von Freiheit ins Gespräch zu kommen. 
 
   
 

last update: 17.12.2015



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