Weihnachtsaufführung 2016 und ein Spendenkorb

„…jederzeit ein Engel sein“ – Die Weihnachtsaufführung und ein Spendenkorb

Zum ersten Mal an zwei Abenden, am 20. und 21. Dezember 2016, fand es wieder statt: Das „Etwas andere Weihnachtsprogramm des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums“. „Etwas anders“ ist dieses Weihnachtsprogramm deshalb, weil es auf besondere Art und Weise entsteht und gestaltet ist:
Aus den Ideen und Phantasien der neuen Schülerinnen und Schüler des jeweiligen 11er-Kurses Darstellendes Spiel entsteht kurz vor den Herbstferien ein Konzept für das neue Weihnachtsprogramm. Dann wird ein szenischer Rahmen entwickelt, werden erste Texte geschrieben, passende Weihnachtstexte gesucht, im Probenprozess wird geändert, choreografiert, gelacht, gestritten. Gleichzeitig beginnt der neue Musikkurs 11 mit der Suche nach einem eigenen, spannenden Beitrag zum Programm und Musikerinnen und Musiker aus den anderen Jahrgängen der gymnasialen Oberstufe und aus anderen Abteilungen tun ein Gleiches.

Jedes Jahr neu entsteht auf diese Art und Weise eine eben ganz besondere Weihnachtsaufführung, auf die wir stolz sind: Es ist immer sehr aufregend – der offene Arbeitsprozess ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Mittendrin müssen manchmal „alte Hasen“ (in diesem Jahr zum Beispiel drei Darstellerinnen aus dem DS-Kurs 12) einspringen. Überhaupt helfen zunehmend ältere Schülerinnen und Schüler bei der Choreografie und Regie oder stehen, obwohl zum Beispiel schon Lehramtsstudent, als Solist auf der Bühne.

„Jeder aber kann für jeden jederzeit ein Engel sein“ – diese Zeile aus dem James-Krüss-Gedicht „Gedicht für jeden Tag im Jahr“ war der Titel des diesjährigen Programms und das war die Geschichte: Während die Welt die Kommunikation der neuen Medien genießt, unterbricht plötzlich ein Notruf der Himmlischen-Heerscharen-Zentrale das Geschehen: Die Hoffnungen aus dem Oranienburger Weihnachtsorakel des vergangenen Jahres haben sich nicht erfüllt, der Zauber der Vorweihnachtszeit ist wieder erloschen. Und schlimmer noch – kein einziger Engel ist mehr aufzufinden, sie sind geflüchtet, unsichtbar geworden, haben vergessen, dass sie Engel sind. Auch die drei Erzengel zweifeln an ihrer Mission: Engel suchen?! Und war es da die richtige Entscheidung, dazu ausgerechnet wieder nach Oranienburg zu gehen? Die Welt ist nicht einfach – schon gar nicht, wenn man auf der Suche ist …

„Jeder aber kann für jeden jederzeit ein Engel sein“ wurde auch aus einem anderen Grund zu einem Seelen-Anker-Satz gegen Hilflosigkeit, Entsetzen, Kummer, Trauer: In der Nacht vor der ersten Aufführung geschah das Attentat auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Als sich alle Beteiligten am Nachmittag zur letzten Probe trafen, stand fest: Wir wollen helfen, einen Beitrag leisten. Eine Darstellerin, eine Musikerin, ein Techniker – drei Leute als Vertreter der über 70 Akteure baten am Anfang des Programms um eine Spende und wünschten sich, dass alle gemeinsam gegen die Angst zusammenstünden und so das Weihnachtsprogramm erleben. 234 Euro sind an den zwei Aufführungsabenden zusammengekommen und wurden eingezahlt auf das Spendenkonto des Berliner Roten Kreuzes.

Am Ende haben noch viel mehr Leute zum Gelingen der Weihnachtsaufführung beigetragen: die neu gegründete Schülerfirma, die Lehrerinnen und Lehrer, die die Probenarbeit unterstützt und die Aufführung und ihre Protagonisten sehr gewürdigt haben, all die Eltern, Familienmitglieder und Freunde, die Beifall und tolle Rückmeldungen gegeben haben, so dass am Ende gilt:

Jeder Garten ist nicht Eden.
Jedes Glas ist nicht voll Wein.
Jeder aber kann für jeden
jederzeit ein Engel sein.

Ja, je lieber du je länger
jeder jedem jederzeit
jedes Glück wünscht, umso enger
leben wir in Einigkeit.
 
   
   
   
   
 

last update: 27.01.2017



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