Film-Porträt über den ehemaligen Speziallager-Häftling Reinhard Wolff

Schülerinnen und Schüler aus Oranienburg drehen Film-Porträt über den ehemaligen Speziallager-Häftling Reinhard Wolff

In der Gedenkstätte Sachsenhausen entsteht derzeit in Kooperation mit Waidak Media e.V. und dem Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg ein Film über Reinhard Wolff, der als Jugendlicher drei Jahre lang im sowjetischen Speziallager in Sachsenhausen inhaftiert war. Angeleitet von der Filmemacherin und Grimme-Preis-Trägerin Loretta Walz, ihrem Kollegen Knut Gerwers und dem Gedenkstättenlehrer Uwe Graf, erarbeiten 18 Schülerinnen und Schüler eines Seminarkurses Geschichte seit Anfang des laufenden Schuljahres ein filmisches Porträt des heute 87-jährigen Wolff, der regelmäßig in der Gedenkstätte Sachsenhausen als Zeitzeuge über seine Erfahrungen berichtet. Der Film wird sowohl das Leben und Wirken Reinhard Wolffs als auch den Prozess der Auseinandersetzung junger Menschen mit dem Thema Speziallager dokumentieren.

Die Premiere des Films findet am 16. September 2017 in der Gedenkstätte Sachsenhausen im Rahmen der Veranstaltungen anlässlich des 72. Jahrestages der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers statt.

Zwischen 1945 und 1950 sperrte der sowjetische Geheimdienst 60.000 Menschen in die Baracken des Speziallagers Sachsenhausen – Männer Frauen und etwa 3.000 Jugendliche. Unter den Häftlingen befanden sich vorwiegend untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern. Außerdem waren politisch Missliebige, willkürlich Verhaftete, Offiziere der Wehrmacht und von sowjetischen Militärtribunalen Verurteilte im Speziallager Sachsenhausen inhaftiert. 12.000 Häftlinge starben an Hunger und Krankheiten.

Information: www.stiftung-bg.de
 
   
   

last update: 22.06.2017