Stolpersteinverlegung in Oranienburg

Seit dem 5. März 2009 gibt es 12 weitere Gründe in der Stadt Oranienburg zu „stolpern“, denn an diesem Tag fand die 5. Stolpersteinverlegung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt.
 







In der Bernauer Str. 3 wurden Steine für Erna, Martin und Beate Abraham, für Irene Siegburth und Kurt Hoffmann, für Martin, Klara und Siegbert Lewinsohn sowie für Margarete Mausolf verlegt. Sie alle haben in der Zeit des Nationalsozialismus einen Lebensabschnitt in diesem Haus verbracht, bevor sie der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen.






Den 2. Verlegungsort findet man in der Liebigstr. 26 a. Dort verlegten wir Steine für Hans und Hedwig Sachs. Ein weiterer Stein wurde in der Freienwalder Str. 10, der früheren Lützowstraße, verlegt. Hier war es uns möglich den Stein von Joachim Chaim Diller zu denen seiner Familie zu setzen.


5 Schüler des Beruflichen Gymnasiums sowie 2 Auszubildende der WOBA mbH engagieren sich unter der Leitung von Minette von Krosigk in dem Projekt „Stolpersteine für Oranienburg“.

Die Aktion „Stolpersteine“ wurde von dem Kölner Künstler Gunter Demnig initiiert und beschäftigt sich mit den Opfern des Nationalsozialismus. Für sie werden Messingplatten mit ihren Daten in die Erde gelassen, die an ihre Verfolgung und ihren grausamen Tod erinnern sollen. Bis heute wurden etwa 44 Steine in Oranienburg verlegt.

Bevor es jedoch zur Verlegung kam, musste noch einiges getan werden. Unsere Stolperstein- AG, die in dieser Zusammensetzung seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 existiert, setzt sich aus Arbeitsgruppen für Recherche, Pressearbeit und Patenschaften zusammen.

Die Patenschaften bilden hier einen genauso wichtigen Aspekt wie die Recherche und Pressearbeit, denn ohne Geld kann auch dieses Projekt nicht verwirklicht werden. Ein Stolperstein kostet 95 €. Um so vieler Opfer wie möglich zu gedenken, mussten wir uns um Paten bemühen. Abgesehen von vielen privaten Spenden übernahm die Berliner Volksbank in Oranienburg die Finanzierung von Steinen im Höhe von 1000 €.

Neben der Finanzierung ist die Recherche und Dokumentation ein wesentlicher Bestandteil der Projektarbeit. Ausgangspunkt unserer Nachforschungen war das Oranienburger Telefonverzeichnis von 1939/40, in dem jüdische Einwohner und Geschäftsbesitzer gesondert im Anhang aufgelistet wurden, die Akten des Stadtarchivs und des Potsdamer Landesarchivs. Auch das Berliner Gedenkbuch, das sich in der Jüdischen Gemeinde befindet, wurde in unsere Suche nach Informationen miteinbezogen. Nach Abschluss der Recherche konnten wir zu jeder Person einen Text verfassen und unsere Daten an Herrn Demnig schicken, der daraufhin die Stolpersteine anfertigte.

Zum Schluss beschäftigten wir uns mit der Pressearbeit, denn auch die Verlegung der Steine muss geplant und publik gemacht werden, damit möglichst viele Interessierte daran teilnehmen und der Opfer gedenken können. Während Gunter Demnig die Steine verlegte, lasen wir Texte über die Schicksale der ehemaligen jüdischen Mitbürger.

Für uns ist auch in Zukunft die Arbeit an diesem Projekt wichtig, denn wir möchten an die Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnern und vor allem verhindern, dass die Opfer vergessen werden.

Die Stolperstein- AG

Sylke Fünfstück
Franziska Anders
Marika Pangowski
Monique Kilian
Josephine Paasche



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